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Lusitanos
sind in der Regel sehr nervenstarke und äusserst leistungsbereite
Pferde. Sie werden seit jeher ganz spezifisch für den Stierkampf
gezüchtet, dies im Gegensatz zum spanischen Pendant, dem P.R.E. (Pura
Raza Española), der oft mehr für Schauzwecke gezüchtet
wurde. Für ein solches Pferd ist es natürlich sehr wichtig,
dass es vor dem Stier den Nerv und auch die athletischen Fähigkeiten
hat, diesen durch Piaffe, Passage, Courbette etc. zum Angriff zu reizen,
zugleich aber auch auf die leiseste Hilfe des Reiters blitzschnell und
kompromisslos reagieren kann, um ihm im letzten Augenblick auszuweichen.
Der Stierkampf
prägt die Rasse Dies soll
keinesfalls ein Plädoyer für den Stierkampf sein. Es ist aber
schon so, dass der Stierkampf als traditionsgemäss oberstes Selektionskriterium
in der Lusitanozucht dazu geführt hat, dass ganz ausserordentliche
Pferde hervorgebracht worden sind. Hauptmerkmale solcher Pferde sind in
erster Linie ein sehr freundliches Wesen, absolut unbedingter Gehorsam
und eine enorme Leistungsbereitschaft - neben den natürlich unabdingbaren
athletischen Fähigkeiten. Ein solches Pferd wird immer auf den Reiter
hören und sein bestes geben wollen. Vor allem wird es sich auch in
Extremsituationen niemals so ablenken lassen, dass es sich gegen die reiterlichen
Anforderungen zu wehren beginnt oder gar ausser Kontrolle gerät.
Dies hätte in der Stierkampfarena natürlich ganz fatale Folgen!
In der Lusitanozucht
gilt, wie auch bei anderen Pferderassen, die auf Leistung gezüchtet
werden: eine gute Abstammung ist meist auch eine Garantie dafür,
dass ein qualität- volles Pferd
erwartet werden kann - da eben in den guten Gestüten kompromisslos
auf Charakterstärke und Leistung gezüchtet wird. Lusitanos,
die diesem Idealbild entsprechen, sind natürlich nicht ganz einfach
zu finden und infolgedessen auch dementsprechend kostbar.
Geritten werden in Portugal fast ausschliesslich die Hengste. Die Stuten
werden nur für die Zucht verwendet und erbringen ihre Leistung über
die Nachzucht. Da die Lusitanos, insbesondere jene mit viel Veiga-Abstammung,
meist eher spätreif sind, werden sie oftmals erst im Alter von vier
Jahren angeritten. Die meisten Junghengste werden beim Anreiten auf ihre
Eignung für den Stierkampf getestet. Dabei werden beim weiteren Training
nicht wenige der besseren Pferde stark überfordert, wenn nicht gar
richtiggehend verheizt, weil sie den äusserst hohen Anforderungen
körperlich oder mental doch nicht ganz genügen können.
Diese Pferde werden dann oft über Händler ins Ausland verkauft.
Es gibt nur wenige Pferde, die für eine solche Extremsituation geeignet
sind und das entsprechende Training verkraften können. Sie kommen
allermeistens aus sehr renommierten Gestüten; die meisten dieser
Pferde führen Veiga-Blutlinien. Für einen Züchter ist es
ein sehr grosser Erfolg, wenn er ein Pferd gezüchtet hat, das im
Stierkampf eingesetzt wird, weil es ihm ein ganz enormes Prestige verleiht.

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